Die Geschichte der SG Schötmar

Als vor 270 Jahren das erste, urkundlich erwähnte Scheibenschießen in Schötmar veranstaltet wurde, war das Amt Schötmar ein bedeutender Marktflecken in Lippe. Dies dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass das Amt Schötmar jenes Schützenprivileg erhielt, das in der damaligen Zeit ausschließlich den Städten vorbehalten war. Schötmar erhielt erst 1921 Stadtrechte und wurde 1969 ein Teil der Großgemeinde Bad Salzuflen. Nach den Weltkriegen des letzten Jahrhunderts wurde die Schützengesellschaft in den Jahren 1925 und 1952 jeweils wieder aktiv. Die heutige Vereinsstruktur hat im wesentlichen seit 1925 Bestand. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte ist sicher das Jahr 1959. In diesem Jahr wurde aus der lockeren Interessengemeinschaft ein offizieller Verein. Denn erst mit der Eintragung ins Vereinsregister war es möglich, Grundbesitz zu erwerben und zu bauen. So entstand in Eigenleistung in den Jahren 1960/61 das vereinseigene Schützenhaus mit einem Kleinkaliber-Schießstand und Bundeskegelbahn. Das Schützenhaus als Gastronomiebetrieb ist verpachtet, jedoch erfordert die Unterhaltung des Gesamtkomplexes jährlich den engagierten Einsatz der Vereinsmitglieder. 1972 wurde die Schützengesellschaft Mitglied im WSB. Das sportliche Schießen, die Teilnahme an den offiziellen Meisterschaften des DSchB oder an den jährlichen Rundenwettkämpfen bereichern seitdem das Vereinsleben. 1972 wurde auch die Jugendabteilung gegründet, die in den ersten Jahren zu den größten im lippischen Schützenwesen zählte. Viele Landes-, Bezirks- und Kreismeistertitel in allen Wettkampfklassen konnten die Schötmaraner Sportschützen erwerben, für eine Deutsche Meisterschaft hat es trotz mehrmaliger Teilnahme bis heute nicht gereicht. Zu den sportlichen Höhepunkten zählten sicher auch die Wettkämpfe in der Landesliga Luftgewehr. Viele Vereinsmitglieder pflegen neben dem sportlichen Leistungsschießen den Schießsport im traditionellen Rahmen, d.h. es können vereinsinterne Schießauszeichnungen durch die Erfüllung festgelegte Schießergebnisse erworben werden. Der Schießstand, der 1975 noch um einen Luftgewehr-Schießstand erweitert wurde, ist deshalb an allen Wochentagen ausgebucht. Ein erfolgreiches Training garantieren ausgebildete Schießsportleiter und mehrere Trainer C des DSchB. Neben den offiziellen Meisterschaften des DSchB finden auch auf Vereinsebene noch Meisterschaften und Pokalwettkämpfe statt.
Die Schützengesellschaft ist gegliedert in den Bataillons-Stab und in 5 Kompanie, die das gesellschaftliche Leben tragen, wobei die Jugend heute eine eigene Jungschützenkompanie bildet. Die Kompanien ermitteln jährlich ihren Kompaniemeister und die Kompaniemeister kämpfen danach um den Bataillonsmeister. Da der Schießsport einen sehr hohen Stellenwert im Verein hat, finden jährlich auch Schießwettbewerbe um die Ermittlung der besten Mannschaft zwischen den Kompanien statt und zwar als Pokalwettkampf oder im mehrwöchigen Rundenwettkampf jede Kompanie gegen jede. Hier bilden die Damen in der Gesellschaft eine eigene Mannschaft. Alle zwei Jahre wird ein Schützenfest über 4 Tage gefeiert, an dem auch der Schützenkönig ausgeschossen wird. In den Zwischenjahren findet nur ein Schützenausmarsch an einem Wochenende statt. Während des Schützenausmarsches werden die Jugend-Majestäten und der Kronprinz oder die Kronprinzessin im sportlichen Wettstreit ermittelt. Durch den jährlichen Wechsel Schützenfest und Schützenausmarsch bleiben die erfolgreichen Mitglieder immer 2 Jahre in Amt und Würden. Darüber hinaus sind die Freizeitaktivitäten des Vereins sehr vielfältig: Von den sogenannten „Schnat“-Gängen ( Tageswanderungen ), Bildungs- und Informationsfahrten, Sommerfesten bis hin zu den großen Schützen- und Galabällen. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt ist das seit vielen Jahren von der 4. Kompanie organisierte große Osterfeuer.
Ein Highlight in der Vereinsgeschichte war sicher das Jubiläumsschützenfest 1982, hier präsentierte sich die Schützengesellschaft zusätzlich in einer großen, mehrwöchigen Ausstellung der Öffentlichkeit. Aber auch die Ausrichtung des 3. Lippischen Schützentages in 1992 zählte zu den herausragenden Ereignissen im letzten Jahrhundert. Mit großen Engagement beteiligten sich die Schötmaraner Schützen am lippischen Schützenmarsch und konnten mit rd. DM 25.000,00 die Kinderkrebsklinik in Detmold fördern.
gez. Oberstlt Ralf-Udo Heitmann